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Novellierung der ISO 9001 

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Qualitätsmanagement ist kein statisches Ziel, sondern ein fortlaufender Prozess und entsprechend entwickelt sich auch die Norm, die ihn regelt, mit. Die Revision der ISO 9001 wird als Version „ISO 9001:2026“ erwartet und bietet Unternehmen die Chance, ihre Qualitätsmanagementsysteme auf die Herausforderungen von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz auszurichten. 

Was steckt hinter der Revision? Die bisher gültige Ausgabe ISO 9001:2015 hat vielen Organisationen geholfen, Prozesse zu optimieren und Risiken zu managen. Doch angesichts zunehmender Digitalisierung, globaler Lieferketten sowie steigender Umwelt- und Sozialanforderungen müssen Qualitätsmanagementsysteme heute noch flexibler und strategischer wirken. Daher wird die Norm überarbeitet, um aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen. 

Wesentliche Neuerungen der ISO 9001:2026 lassen sich bereits im Entwurf erkennen. So wird Digitalisierung und Technologie stärker eingebunden, etwa durch die Integration von KI, Datenanalyse und Automatisierung, um Qualitätsprozesse zu unterstützen. Auch Risikomanagement und Resilienz gewinnen an Gewicht: Die Norm legt künftig mehr Fokus auf frühzeitige Risikoidentifikation und die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Führung und Unternehmenskultur treten ebenfalls stärker in den Mittelpunkt: Die oberste Leitung wird verpflichtet, eine durchgängige Qualitätskultur zu fördern. Nachhaltigkeit und Stakeholder-Management werden explizit berücksichtigt. Klimafaktoren, Nachhaltigkeitsaspekte und deren Einfluss auf Lieferanten und Partnerunternehmen finden Eingang in das Standardsystem. 

Für Unternehmen ergeben sich damit klare Vorteile: Sie können ihre Prozesse zukunftssicher und anpassungsfähig gestalten, das Kundenvertrauen wird gestärkt durch systematische Qualitätssteigerung, und Organisationen sind besser in der Lage, Risiken proaktiv zu managen und Chancen schneller zu nutzen. Die ISO 9001:2026 wird somit zu einem strategischen Werkzeug, um Qualität nachhaltig zu sichern und zukunftsorientiert zu gestalten. Wer frühzeitig handelt, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil und stärkt das Vertrauen bei Kunden und Partnern. 

Im Hinblick auf den Zeitplan gilt aktuell: Der Entwurf („Draft International Standard“, DIS) wurde veröffentlicht. Nach aktuellem Stand wird die endgültige Fassung der Norm im Jahr 2026 erwartet, voraussichtlich im Herbst. Nach der Veröffentlichung wird eine Übergangsfrist für die Umstellung folgen. Üblicherweise liegt diese bei etwa drei Jahren. 

Auch wenn die Kernausrichtung der Revision klar ist, sollten Unternehmen beachten, dass noch Änderungen im Detail möglich sind. Es lohnt sich daher, schon jetzt mit Vorbereitungen zu beginnen, z. B. durch interne Analysen oder Schulungen, damit der Umstieg reibungslos gelingt.